Laserkennzeichnung von Pillen, Tabletten und Kapseln

Wichtige Punkte im Überblick

  • Nach dem Arzneimittelgesetz müssen Pillen, Tabletten und Kapseln per Imprint-Code eindeutig identifizierbar sein.
  • Die Laserkennzeichnung kommt ohne Vor- und Nachbehandlung und ohne Verbrauchsmaterialien aus – das spart Zeit und Kosten.
  • UV-Laser eignen sich für Tabletten und Gelatinekapseln, auch mit TiO2; CO2-Laser für Weichgelatinekapseln ohne TiO2.
  • Entscheidend ist eine einstellbare Brennweite: Die 3-Achsen-Laser von KEYENCE markieren auch gewölbte Formen verzerrungsfrei.

In Europa, und nach deutschem Arzneimittelgesetz, müssen Hersteller sicherstellen, dass nahezu jede feste orale Darreichungsform –Pillen, Tabletten und Kapseln – eindeutig und zuverlässig identifizierbar ist.
Diese Kennzeichnung, gemeinhin als Imprint-Code bezeichnet, gibt den Wirkstoff und die Dosierung des Produkts an und kann aus einem Symbol, Logo, einer Zahl oder einem Buchstaben bestehen. Imprint-Codes schützen Patienten, Hersteller und Apotheker vor Fälschungen und versehentlicher Fehldosierung. Zur Anbringung eines Imprint-Codes verwenden Produzenten typischerweise entweder pharmazeutisches Tintendrucken oder Laserkennzeichnung.

Die Kennzeichnung von Pillen, Tabletten und Kapseln bringt Herausforderungen mit sich: Diese kleinen, empfindlichen und häufig zylindrischen Darreichungsformen erfordern Präzision und Fokussierung. Genau die Stärken, die die Laserkennzeichnung für den Pharmabereich bietet.
Dieser Beitrag beleuchtet die Flexibilität der Laserkennzeichnung auf Tabletten, Pillen und Kapseln und vergleicht deren Vorteile mit dem Tintendruck.
Am Ende sollten sind Sie in der Lage sein, ein geeignetes Laserkennzeichnungssystem auszuwählen.

Laserkennzeichnung vs. Tintendruck

Laserkennzeichnung und Tintendruck sind beide permanente, lebensmittelsichere und im Allgemeinen wirksame Methoden zur Anbringung von Imprint-Codes; die zugrunde liegenden Verfahren unterscheiden sich jedoch erheblich.

Prozess der Laserkennzeichnung

Beim Laserkennzeichnungsverfahren kommen CO2- oder UV-Lasersysteme zum Einsatz. Bei einer Laserkennzeichnungseinheit wird Licht aus einer Diode oder einer Diodenanordnung angeregt; dieses Licht wird anschließend von einem Oszillator geformt oder verstärkt und mithilfe von Spiegeln abgelenkt.
Ein Linsensystem fokussiert den Strahl auf die Pille, Tablette oder Kapsel. Abhängig von der verwendeten Laserwellenlänge kann die Markierung durch thermische Effekte oder durch photolytische (sogenannte „kalte“) Markierung entstehen. Im letzteren Fall wird die Oberfläche verändert, ohne das Material zu erwärmen, sodass eine Markierung erfolgt, ohne das Basismaterial zu verbrennen. Sobald der Imprint angebracht ist, ist der Prozess abgeschlossen.

Prozess des Tintendrucks

Beim Tintendruck ist in der Regel eine Vorbehandlung des zu beschriftenden Materials erforderlich: Beispielsweise müssen Gelatinekapseln häufig getrocknet und entfettet werden, damit die Tinte richtig haftet.
Nach der Vorbereitung werden zwei gängige tintenbasierte Verfahren eingesetzt: Tropfen-(Tintenstrahl-)Druck und Stempeln.
Beim Tropfendruck sprüht der Drucker winzige Tintentröpfchen auf das Arzneimittel, um das gewünschte Symbol zu kennzeichnen. Dieses wird anschließend meist mit UV-Licht getrocknet, um die Tinte zu fixieren.
Beim Stempelverfahren wird eine Schablone zusammen mit einem Farbpad verwendet: Die Schablone wird eingefärbt und dann auf die Oberfläche gepresst, wodurch die Markierung übertragen wird.

Vorteile der Laserkennzeichnung von Tabletten, Pillen und Kapseln gegenüber Tintendruck

Nun, da Sie den Unterschied zwischen Laserkennzeichnung und Tintendruck kennen, gehen wir auf die Vorteile ein, die die Laserkennzeichnung gegenüber dem Tintendruck bietet.

Keine Vor- oder Nachbehandlung

Die Laserkennzeichnung von Tabletten, Pillen und Kapseln erfordert keine Vor- oder Nachbehandlungsprozesse wie Entfettung, Reinigung, Aushärtung, Nachfüllen von Tinte oder das Anfertigen von Schablonen.

Einfache Verwaltung der Kennzeichnung

Beim Einsatz einer Laserkennzeichnungsanlage für Kapseln, Pillen und Tabletten sind nach der Inbetriebnahme keine aufwändigen, manuellen Einstellungen mehr erforderlich. Der Beschriftungslaser steuert Strahl, Brennpunkt und Geschwindigkeit automatisch, ohne dass eine ständige manuelle Anpassung der Geräte erforderlich ist.
Die Handhabung der Laserkennzeichnung unterscheidet sich deutlich vom Tintendruck. Ein großes Problem beim Kennzeichnen mit Tinte ist die Bereitstellung dieser: Dazu gehört die kontinuierliche Überwachung von Viskosität, Dichte und Oberflächenspannung, um Druckfehler zu vermeiden. Änderungen von Druck oder Temperatur können die Druckqualität beeinflussen und zu Verstopfungen, Leckagen oder Spritzern führen. Beim Tintendruck sind zudem regelmäßiges Nachfüllen von Tinte, die Herstellung von Schablonen und häufige Justierungen erforderlich.

Keine Verbrauchsmaterialien

Bei der Laserkennzeichnung von Tabletten, Pillen und Kapseln fallen keine Verbrauchsmaterialien an. Das reduziert zusätzliche Kosten und ist umweltfreundlicher. Beim Druck mit Tintentechnologien hingegen werden Tinte, Farbbänder oder/und Schablonen benötigt.

Arten von Lasern, die zur Kennzeichnung von Pillen verwendet werden

Es gibt zwei Typen von Laserkennzeichnungssystemen für die Kennzeichnung von Pillen: UV- und CO2-Laser. Diese Laser sind kurzwellig und schonend genug, sodass sie nur die Oberfläche markieren und das Material nicht thermisch verändern.

UV-Laser

Ein UV-Laser ist ein Laserkennzeichnungssystem, das ultraviolettes Licht mit einer Wellenlänge von 355 nm verwendet. Kennzeichnung mit dem UV-Laser wird auch als „kalte Markierung“ bezeichnet, weil die kürzere Wellenlänge zu höherer Absorption führt, anstatt sich auf thermische Effekte zu stützen. Der Strahl hat außerdem nur ein Drittel der Länge eines Standardlasers. Dadurch entsteht ein kleinerer Spot, der klarere Markierungen auf winzigen Pillen möglich.

CO2-Laser

CO2-Laser nutzen eine Wellenlänge von 10.600 nm, erzeugt durch CO2 und Plasma. CO2-Laser eignen sich hervorragend, um eine geringe Tiefe (entweder negativ oder positiv, je nach Wunsch) zu erzeugen, sodass die gewünschten Markierungen deutlich sichtbar werden, ohne Kontrastierung. Dies ist in der Regel die schnellste Markiermethode für Pillen und Tabletten, die gut auf die Wellenlänge des CO2-Lasers reagieren.

Wählen Sie die richtige Laserkennzeichnungsanlage für Kapseln, Tabletten und Pillen

Bei der Auswahl der passenden Laserkennzeichnungsanlage sind zwei Hauptkriterien zu beachten: die Kompatibilität mit dem Material und ein einstellbarer Brennpunkt.

Kompatibilität mit dem Material

Jede Laserkennzeichnungsanlage ist für bestimmte Pille, Tablette oder Kapsel besser geeignet. CO2-Laserkennzeichnung ist kompatibel mit weichen Gelatinekapseln ohne TiO2-Zusätze. UV-Laserkennzeichnung eignet sich für feste Tabletten, weiche Gelatinekapseln und harte Gelatinekapseln – auch bei TiO2-Zusätzen.
Beide Laser sind kompatibel mit klaren Kunststoffkapseln, die gut sichtbare Markierungen zulassen.

Einstellbare Brennweite

Die Brennweite ist der optimale Abstand zwischen Laser und zu beschriftender Oberfläche. Für Flachteile ausgelegte Laser haben meist eine feste Brennweite, weil das Produkt auf einer Ebene liegt.
Kapseln, Tabletten und Pillen sind hingegen kugel- bzw. zylinderförmig. Bei einer festen Brennweite würde die Markierung daher an den Rändern verzerrt werden (Kisseneffekt). Ein Laser mit einstellbarer Brennweite stellt sicher, dass der Strahl den Krümmungen der Pille, Tablette oder Kapsel folgt.
Eine einstellbare Brennweite gleicht zudem Tray-Fehlausrichtungen aus. Aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer kleinen Größe verschieben sich Pillen, Kapseln und Tabletten häufig in der Aufnahme. Eine Laserkennzeichnungsanlage mit automatisch verstellbarem Brennpunkt sorgt dafür, dass der Laser auch dann korrekt fokussiert und markiert, wenn sich ein Teil im Tray durch Bewegung oder Vibration verschoben hat.

Ihr Laser mit automatisch einstellbarem Brennpunkt

Die Laserkennzeichnung von Tabletten, Pillen und Kapseln ist eine effiziente, umweltfreundliche und sichere Methode, um Produktfälschungen zu verhindern und den Anforderungen europäischer bzw. deutscher Vorschriften (z. B. dem Arzneimittelgesetz) gerecht zu werden. Wenn Sie einen Laser suchen, der klare und verzerrungsfreie Markierungen mit verstellbarer Brennweite erzeugt, sollten Sie die 3-Achsen-Laser von KEYENCE in Betracht ziehen.

KEYENCE bietet 3-Achsen-Steuerung sowohl für unsere UV- als auch für unsere CO2-Laser an. Die 3-Achsen-Steuerung verschiebt den Brennpunkt in drei Achsen und unterstützt so verzerrungsfreie Markierungen auf zylindrischen, kugelförmigen oder komplexen Formen.
Diese Laser wurden für Effizienz, einfache Bedienung und den Wegfall von Verbrauchsmaterialien entwickelt.

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