Optische Messtechnik / Messtaster
Messung der Dimensionen
Messung des Rundlaufs
Effiziente Prüflösungen für Batterien von Elektrofahrzeugen
Wichtige Punkte im Überblick
- Die Prüfung von EV-Batterien erfordert elektrische, optische, geometrische und thermische Prüfverfahren.
- Pouch-, prismatische und zylindrische Zellen stellen spezifische Anforderungen an die Inspektion.
- Die Erkennungsgenauigkeit wird durch den Einsatz hochauflösender Messtechnik erhöht.
- Automatisierte Prüfsysteme verbessern Reproduzierbarkeit und reduzieren menschliche Fehler.
- Prüfungen an kritischen Kontrollpunkten und lückenlose Dokumentation sichern Rückverfolgbarkeit.
Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV) sehen sich mit spezifischen und anspruchsvollen Prüfaufgaben bei der Batterieinspektion konfrontiert, die in hohem Maße sicherheits- und leistungsrelevante Aspekte betreffen. Daher ist die Implementierung zuverlässiger Prüfsysteme unerlässlich, um fertigungsbedingte Qualitätsabweichungen frühzeitig zu detektieren und auszuschließen. In diesem Beitrag werden gängige Herausforderungen bei der Prüfung von EV-Batterien erläutert und aufgezeigt, wie hochpräzise Messtechniklösungen von KEYENCE diese gezielt adressieren.
Grundlagen der EV-Batterieinspektion
Die EV-Batterieinspektion umfasst die systematische Prüfung und Validierung von Batteriezellen, -modulen und -packs hinsichtlich Fertigungsdefekten, elektrischen Anomalien, strukturellen Maßabweichungen und weiteren Abweichungen von definierten Qualitätsstandards. Aufgrund der Vielfalt verfügbarer EV-Batterietechnologien ergeben sich entsprechend unterschiedliche und technologiespezifische Prüfanforderungen. Diese resultieren in der Regel aus den Besonderheiten der Batteriekonstruktion und der jeweiligen Fertigungsprozesse.
KEYENCE bietet ein umfassendes Portfolio an Batterieprüfsystemen, das wesentliche Aspekte der Qualitätssicherung in der EV-Batteriefertigung abdeckt. Laser-Wegmesssensoren von KEYENCE eignen sich für die Prozesskontrolle bei Beschichtungs-, Kalandrierungs-, Schneid-, Wickel- und Laminiierungsprozessen sowie für Montageinspektionen. Die gezielte Prüfung von Batteriezellen, -modulen und -packs auf sicherheitskritische Fehler wie Überhitzungsrisiken oder strukturelle Instabilitäten trägt maßgeblich zur Vermeidung von Produktgefahren und zur Sicherstellung einer zuverlässigen Betriebsleistung bei.
Herausforderungen bei der Prüfung verschiedener EV-Batterietypen
Wie bereits dargelegt, stellt jeder EV-Batterietyp aufgrund seiner konstruktiven Auslegung und der spezifischen Fertigungsabläufe individuelle Anforderungen an die Prüfung. Gängige Zellformate sind Pouch-Zellen, prismatische Zellen und zylindrische Zellen. Im Folgenden werden die wesentlichen Herausforderungen an die Inspektion für diese Batterietypen erläutert.
Messung der Zelldicke
Herausforderungen bei der Prüfung von Pouch-Zellen
Pouch-Zellen verfügen über kein starres Gehäuse. Dieses konstruktive Merkmal trägt maßgeblich zu ihrer hohen volumetrischen Energiedichte und ihrem geringen Gewicht bei. Die Umhüllung aus mehrlagiger Aluminium-Verbundfolie verleiht den Zellen ihre charakteristische Flexibilität. Gleichzeitig entstehen jedoch ausgeprägte Spiegelreflexionen und Oberflächenwelligkeiten, die eine zuverlässige optische Inspektion erheblich erschweren. Wenn ein Prüfsystem Oberflächenfehler auf der Pouch-Folie nicht präzise erkennen kann, kann dies die mechanische Integrität und Leistungsfähigkeit der Batterie beeinträchtigen. Darüber hinaus besteht die Gefahr von Falsch-Positiv-Bewertungen, bei denen tolerierbare kosmetische Unregelmäßigkeiten fälschlicherweise als sicherheitsrelevante Oberflächendefekte klassifiziert werden.
Die Unterscheidung zwischen einem kritischen Fehler, beispielsweise einem Kratzer, und einer zulässigen Oberflächenunregelmäßigkeit kann dabei im Bereich weniger Mikrometer liegen. Somit werden höchste Anforderungen an die Auflösung, Reproduzierbarkeit und Klassifizierungsgenauigkeit des Prüfsystems gestellt.
Prüfung der Zelle
Herausforderungen bei der Prüfung von prismatischen Zellen
Die Fertigung prismatischer EV-Batteriezellen ist durch einen hohen Anteil an Schweißprozessen gekennzeichnet. Die Elektrodenwickel bzw. -stapel sind in einem rechteckigen Metallgehäuse untergebracht, dessen Gehäusewände sowie Deckel- und Abschlussplatten umlaufend verschweißt werden. Prüftechnische Herausforderungen entstehen insbesondere bei der Inspektion der Schweißnähte an Deck- und Seitenflächen vor der Montage in das Batteriemodul. Defekte wie Kaltschweißungen, Schweißspritzer, Durchbrand, mangelnde Bindung sowie unter- bzw. überenergetische Schweißverbindungen sind aufgrund ihrer variablen Geometrie und Ausdehnung nur schwer erkennbar. Sie erfordern hochauflösende Prüfsysteme mit entsprechender Fähigkeit zur Fehlerklassifizierung.
Messung des Außendurchmessers nach dem Wickelprozess
Herausforderungen bei der Prüfung von zylindrischen Zellen
Zylindrische Batteriezellen besitzen ein metallisches Rundgehäuse. Auf dessen Mantelfläche werden fertigungsrelevante Rückverfolgbarkeitsinformationen wie Chargen- und Datumscodes, Material- und Herkunftsinformationen sowie weitere DPM-Daten (Direct Part Marking) direkt aufgebracht. Aufgrund der Krümmung der Zelloberfläche kommt es jedoch häufig zu geometrisch bedingten Verzerrungen des Codebildes. Dadurch können die maschinelle Lesbarkeit und Rückverfolgbarkeit erheblich beeinträchtigt werden. Unleserliche oder fehlerhafte Codierungen stellen eine erhebliche Prüfherausforderung dar. Denn die Integrität und Lesbarkeit der Kennzeichnung muss zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen, für die Durchführung von Rückrufaktionen sowie für die chargenspezifische Fehlereingrenzung zuverlässig verifiziert werden. Ein leistungsfähiges Prüfsystem muss daher auch Kennzeichnungen mit geringer Markierungsqualität oder eingeschränkter Lesbarkeit sicher erkennen, dekodieren und auswerten können.
Effektive Prüfstrategien für die Qualitätssicherung von EV-Batterien
Neben den bereits beschriebenen Herausforderungen für die Prüfung können im Rahmen der Batterieinspektion weitere fertigungsbedingte Problemstellungen auftreten. Die geeignete Lösungsstrategie hängt dabei stets von der spezifischen Fehlercharakteristik sowie dem eingesetzten Prüfsystem ab. Im Folgenden werden wesentliche Prüfverfahren und -strategien zur Qualitätssicherung in der EV-Batteriefertigung vorgestellt.
Elektrische Prüfung
Zu den standardmäßig eingesetzten elektrischen Prüfverfahren zählen Hochspannungsprüfungen (Hi-Pot-Tests), mit denen die Isolationsfestigkeit verifiziert wird, sowie Mikrowiderstandsmessungen an Schweißverbindungen, mit denen die elektrische Kontaktqualität der Batteriezellanschlüsse bewertet wird.
Optische Inspektion
Mithilfe optischer Prüfverfahren wird der Oberflächenzustand und die geometrische Beschaffenheit der Batteriekomponenten beurteilt. So wird beispielsweise die Schweißnahtqualität von Drahtschweißverbindungen innerhalb des Batteriepakets bewertet. Weitere Prüfkriterien umfassen Materialfehlstellen, unzulässige Spaltmaße, Kratzer und sonstige Oberflächenunregelmäßigkeiten, anhand derer sich fertigungsbedingte Abweichungen erkennen lassen.
Geometrische Maßprüfung
Im Rahmen der geometrischen Prüfung werden die Ebenheit und planparallele Ausrichtung sicherheitsrelevanter Komponenten, wie beispielsweise Separatoren, Elektroden und Batteriegehäuse, messtechnisch erfasst und bewertet. Für diese Messaufgaben kommen häufig Laser-Profilsensoren zum Einsatz, da diese eine berührungslose, hochauflösende Erfassung von Oberflächenprofilen und Formabweichungen ermöglichen.
Thermische Prüfung
Thermische Prüfverfahren dienen der Charakterisierung des Temperaturverhaltens von Batteriezellen unter definierten Klimabedingungen – einschließlich Kalt- und Heißtests sowie weiterer extremer Umgebungsszenarien. Das Thermomanagement ist von entscheidender sicherheitstechnischer Bedeutung, da unkontrollierte Temperaturverläufe unter Extrembedingungen zu Brandereignissen oder zum vollständigen Systemversagen führen können.
Best Practices für eine effektive EV-Batterieinspektion
Zu den empfohlenen Vorgehensweisen bei der Inspektion von EV-Batterien zählen die Durchführung von Prüfungen an kritischen Prozesskontrollpunkten, eine lückenlose und normkonforme Dokumentation sowie der Einsatz spezialisierter Messtechnik – wie beispielsweise hochpräziser Messsensoren. Ein besonders kritischer Prozesskontrollpunkt in der EV-Batteriefertigung ist die Montage von Batteriezellen zu Modulen. Eine präzise Lageausrichtung und die Einhaltung definierter Zellabstände sind zwingend erforderlich, um Kurzschlüsse und weitere sicherheitskritische Fehlfunktionen zu verhindern. Laser-Wegmesssensoren eignen sich dabei hervorragend zur berührungslosen Messung der Zellabstände sowie zur Verifikation der Ausrichtungsgenauigkeit. Durch die konsequente Prüfung an diesem fertigungskritischen Prozessschritt können fehlerhafte Baugruppen bereits vor dem Übergang zur nachgelagerten Fertigungsstufe oder zur Endmontage ausgeschleust werden. Frühzeitig erkannte und korrigierte Abweichungen vermeiden kostenintensive Nacharbeiten sowie die damit verbundenen Produktionsverzögerungen.
Eine vollständige Prüf- und Fertigungsdokumentation ist die Basis für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette. Der Einsatz geeigneter, aufgabenspezifischer Prüfmittel steigert darüber hinaus die Prüfgeschwindigkeit, die Messgenauigkeit und die Prozesseffizienz erheblich. Ein weiterer praxisrelevanter Grundsatz ist die unverzügliche Reaktion auf detektierte Abweichungen. Erkannte Fehler müssen schnellstmöglich behoben werden, um eine Fehlerakkumulation und das Entstehen schwerwiegenderer Folgeprobleme zu verhindern. Auch bei komplexen Fehlerbildern ist die zeitnahe Bereitstellung ausreichender Ressourcen zur Störungsbehebung von entscheidender Bedeutung. Eine konsequente und zügige Reaktion auf Fehler bildet somit die Basis für eine effektive und effiziente Batterieinspektion im laufenden Betrieb und schafft schafft gleichzeitig die Voraussetzungen für eine kontinuierliche Verbesserung der Prüfprozesse in zukünftigen Fertigungszyklen.
Langfristige Qualitätssicherung in der EV-Batterieinspektion
Nachhaltiger Erfolg bei der Inspektion unterschiedlicher EV-Batteriesysteme hängt von verschiedenen Faktoren ab – insbesondere von der eingesetzten Prüftechnologie. Obwohl qualifiziertes Fachpersonal unverzichtbar bleibt, wird der überwiegende Anteil der Prüfaufgaben für Batteriezellen, -module und -packs durch automatisierte Prüfsysteme abgedeckt. Diese automatisierten Lösungen steigern nicht nur die Inspektionseffizienz, sondern erhöhen auch die Reproduzierbarkeit und Konsistenz der Prüfergebnisse und reduzieren damit das Risiko menschlicher Fehler im Prüfprozess signifikant.
KEYENCE bietet ein umfassendes Spektrum an Messtechniklösungen für unterschiedliche Prüfaufgaben in der EV-Batterieinspektion. Unsere Messsensoren für die Elektromobilitätsbranche können beispielsweise zur Lageprüfung von Batteriekomponenten während der Montage eingesetzt werden. Mit dem Laser-Profilsensor von KEYENCE können Höhenunterschiede, Winkel und Breiten simultan in 2D und 3D mit nur einem Sensor gemessen werden. Wenn Sie mehr über unsere hochpräzisen Messprodukte und deren Einsatzmöglichkeiten in EV-Batterieproduktionslinien erfahren möchten, kontaktieren Sie uns noch heute.
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