Präzisionsmessung zur Vermeidung von Fehlern bei Spritzgussteilen

Wichtige Punkte im Überblick

  • Erhalten Sie vollständige 3D-Scans und vergleichen Sie diese mit CAD-Daten.
  • Die Modellreihe VL erfasst gesamte Bauteile in einem einzigen Scan, um Verzug, Einfallstellen und Schwindung schnell zu erkennen.
  • Überlagern Sie Scans von verschiedenen Formgebungsbedingungen, um feine Formabweichungen zu erkennen.
  • Konvertieren Sie Scandaten in CAD für Simulationsanalysen und Verbesserungen des Formendesigns.
  • Die automatisierte 3D-Prüfung ermöglicht eine berührungslose, umfassende Analyse.

Formfehler gehören nach wie vor zu den größten Herausforderungen beim Kunststoffspritzgießen. Materialunterschiede und geringfügige Abweichungen bei den Formgebungsbedingungen können diese Fehler auslösen, was letztendlich die Produktionsausbeute verringert und die Qualität beeinträchtigt.

In den letzten Jahren hat sich die 3D-Scantechnologie als eine vielversprechende Lösung erwiesen. Das optische 3D-Koordinatenmessgerät der Modellreihe VL von KEYENCE misst präzise die Form von Spritzgussteilen und erfasst digitale Daten, die es Herstellern ermöglichen, die Ursache von Formfehlern direkt anzugehen und gleichzeitig die Prozesseffizienz und die Gesamtqualität erheblich zu verbessern.

Durch die Visualisierung von Formfehlern hilft die Modellreihe VL den Herstellern, die Ursachen zu ermitteln und wirksame Lösungen umzusetzen, was zu einer Verbesserung der Ausbeute führt.

Entdecken Sie weitere technische Informationen über Formfehler und erfahren Sie, wie die Modellreihe VL Ihren Produktionsprozess verändern kann.

Was sind Formfehler?

Formfehler beziehen sich auf Probleme, die während des Kunststoffformprozesses auftreten und umfassen alle Phänomene, die die Produktqualität beeinträchtigen. Diese Fehler äußern sich auf verschiedene Weise, von Produkten, die nicht den Designvorgaben entsprechen, über Maßungenauigkeiten bis hin zu Oberflächenfehlern.

Über die Beeinträchtigung der Produktleistung hinaus haben Formfehler weitreichende Folgen für die Produktionseffizienz und die Kosten, weshalb ihre Beseitigung eine der wichtigsten Herausforderungen für die Fertigungsindustrie darstellt.

Arten von Formfehlern und Gegenmaßnahmen

Verzug

Verzug tritt auf, wenn ein Formteil während des Abkühlens ungleichmäßig schrumpft. Dieser Fehler resultiert typischerweise aus ungleichmäßigen Abkühlgeschwindigkeiten oder Variationen in der Fließrichtung des Materials.

Um Verzug zu vermeiden, sollten Hersteller ihre Kühlmethoden überprüfen und die Formgebungsbedingungen optimieren, da eine angemessene Temperaturkontrolle und Verarbeitungsparameter für die Einhaltung der Maßgenauigkeit unerlässlich sind.

Einfallstellen

Einfallstellen erscheinen als Vertiefungen auf der Oberfläche von Formteilen und werden typischerweise durch unzureichende Harzfüllung oder ungleichmäßige Abkühlgeschwindigkeiten verursacht. Um Einfallstellen zu vermeiden, können Hersteller den Einspritzdruck anpassen oder ihre Kühlmethoden ändern, da die Aufrechterhaltung eines ausreichenden Drucks während des gesamten Einspritzvorgangs und die Gewährleistung einer gleichmäßigen Kühlung entscheidend für glatte, fehlerfreie Oberflächen sind.

Schwindung

Schwindung tritt auf, wenn sich Formteile während des Abkühlens zusammenziehen, was zu Abmessungen führt, die kleiner sind als die ursprünglichen Designvorgaben. Dieser Fehler ergibt sich aus der inhärenten Schwindungsrate des Harzes und den Eigenschaften des Formendesigns. Um die Schwindung auszugleichen, sollten Hersteller die Materialauswahl sorgfältig bewerten und das Formendesign optimieren, um die erwarteten Maßänderungen zu berücksichtigen.

Aktuelle Herausforderungen bei der Messung

Koordinatenmessgeräte (KMGs)

Koordinatenmessgeräte (KMGs) sind Präzisionsgeräte, die die Form und die Abmessungen von Produkten durch den Kontakt mit einer Tastspitze messen. Obwohl sie sehr genau sind, stehen herkömmliche KMGs vor mehreren Herausforderungen, die die Produktionseffizienz beeinträchtigen können.

Die Messzeit ist ein erhebliches Problem, insbesondere bei Produkten mit komplexen Formen. Da die Analyse von Formfehlern die Erfassung zahlreicher Datenpunkte erfordert, um die gesamte Geometrie zu erfassen, werden längere Messzyklen unvermeidlich. Diese langwierigen Prozesse können zu Engpässen in den Produktionsabläufen führen.

Über die zeitlichen Beschränkungen hinaus erfordern KMGs für einen effektiven Betrieb technisches Fachwissen. Diese Anforderung erfordert Investitionen in Schulung und Ausbildung, was sowohl Zeit als auch Kosten für die Implementierung bedeutet.

× Die Tastspitze kann komplizierte Formen nicht erreichen

× Begrenzte Messpunkte erschweren das Erfassen der Gesamtform

Profilprojektoren

Profilprojektoren messen die Form und die Abmessungen von Produkten, indem sie einen vergrößerten Schatten oder ein Profil auf einen Messbildschirm projizieren. Obwohl dieser Ansatz eine berührungslose Prüfung ermöglicht, schafft die grundlegende 2D-Natur der Technologie inhärente Einschränkungen für die modernen Anforderungen der Fertigung.

Die zentrale Herausforderung liegt im Projektionsprinzip selbst: Profilprojektoren können zu einem bestimmten Zeitpunkt nur Merkmale erfassen, die in einer einzigen Ebene sichtbar sind. Das macht sie zwar für einfache Profile und Querschnitte effektiv, aber für die Bewertung komplexer dreidimensionaler Geometrien, wie sie bei Kunststoffformteilen üblich sind, unzureichend. Merkmale wie Verzug, Formunterschiede der Oberfläche und mehrplanare Fehler können mit einer 2D-Silhouette nicht vollständig erfasst werden.

Darüber hinaus erweist sich der Versuch, diese Einschränkungen zu umgehen, als arbeitsintensiv. Die Bediener müssen die Teile wiederholt neu positionieren und ausrichten, um verschiedene Blickwinkel zu erfassen, was eine eigentlich schnelle Prüfung in einen zeitaufwändigen Prozess verwandelt. Jede Neupositionierung birgt zudem das Risiko von Ausrichtungsfehlern, was die Messunsicherheit erhöht. Für eine umfassende Analyse von Formteilfehlern, die ein Verständnis der vollständigen 3D-Form erfordert, verlangen Profilprojektoren einen übermäßigen manuellen Eingriff und liefern dennoch nur unvollständige Daten.

× Begrenzter Messbereich

× Schwierige 3D-Auswertung

Anwendungsbeispiele mit dem optischen 3D-Koordinatenmessgerät der Modellreihe VL

Prüfung von Formteilen

Die Modellreihe VL erfasst Daten des gesamten Formteils. Dieser umfassende Ansatz erzeugt detaillierte Farbkarten, die Verzug, Einfallstellen und Oberflächenveränderungen über die gesamte Geometrie hinweg visualisieren.

Im Gegensatz zu herkömmlichen punktbasierten Messungen, die nur vereinzelte Datenpunkte liefern, deckt die ganzflächige Aufnahme allgemeine Formtrends und -muster auf, die für eine effektive Fehleranalyse entscheidend sind. Diese ganzheitliche Betrachtung ermöglicht es Ingenieuren, die Ursachen schneller zu identifizieren und gezielte Korrekturen mit größerer Sicherheit umzusetzen.

Die Modellreihe VL überlagert Scandaten von zwei Mustern und zeigt Unterschiede durch eine intuitive Farbkarte auf. Beim Vergleich von Teilen, die unter unterschiedlichen Bedingungen geformt wurden, macht diese Visualisierung feine Abweichungen wie Wandneigung und variierende Wandstärke sichtbar, die andernfalls unentdeckt bleiben würden.

Über die Prozessoptimierung hinaus erweist sich diese Vergleichsfunktion als unschätzbar wertvoll für die Fehlersuche in der Qualitätssicherung. Durch die Überlagerung fehlerhafter Teile mit bekannten Gutmustern können Ingenieure Fehlerstellen sofort lokalisieren und Korrekturmaßnahmen ergreifen.

Integration mit 3D-CAD-Daten

Die Modellreihe VL vergleicht Scandaten direkt mit 3D-CAD-Modellen und visualisiert Abweichungen mithilfe einer Falschfarbendarstellung. Dieses sofortige visuelle Feedback zeigt genau auf, wo das Formteil von den Designvorgaben abweicht.

Über die einfache Visualisierung hinaus quantifiziert das System diese Abweichungen, indem es den Flächenanteil innerhalb jedes Toleranzbandes berechnet. Ingenieure können so nicht nur sofort beurteilen, wo Abweichungen auftreten, sondern auch deren Schweregrad und Umfang – was schnellere und fundiertere Entscheidungen über Prozessanpassungen und Qualitätskontrolle ermöglicht.

Die Modellreihe VL wandelt physische Formteile in einem optimierten Arbeitsablauf in präzise 3D-CAD-Daten um. Diese digitalisierte Geometrie dient als Grundlage für die CAE-Analyse (Computer-Aided Engineering), die es Ingenieuren ermöglicht, kritische Faktoren wie das Fließverhalten zu simulieren und potenzielle Designschwächen zu identifizieren.

Mit diesen Erkenntnissen können Ingenieure die Werkzeugkonstruktionen verfeinern, bevor die Produktion beginnt. Indem Probleme bereits in der Konstruktionsphase behoben werden, anstatt sie durch Trial and Error zu entdecken, können Hersteller Formfehler von Anfang an minimieren und die Erstausbeute erheblich verbessern.

Zusammenfassung

Proaktive Prävention: Optimierung vor der Produktion

Konstruktionsdateien weichen aufgrund des Materialverhaltens und der Prozessvariablen unweigerlich von den tatsächlichen Formteilen ab. Die Modellreihe VL schließt diese Lücke, indem sie physische Muster in präzise CAD-Daten umwandelt. Dies ermöglicht es Ingenieuren, CAE-Analysen an realen Geometrien anstatt an theoretischen Entwürfen durchzuführen. Dieser Ansatz erlaubt eine Verfeinerung der Werkzeugkonstruktion auf der Grundlage der tatsächlichen Leistung und reduziert Formfehler, bevor die Serienproduktion beginnt.

Reaktive Reaktion: Schnelle Ursachenanalyse

Wenn Formfehler auftreten, ist Zeit ein kritischer Faktor. Eine langwierige Fehlersuche führt direkt zu steigenden Ausbeuteverlusten. Die Modellreihe VL beschleunigt die Fehleridentifizierung durch den Vergleich von fehlerhaften Teilen mit CAD-Spezifikationen oder bekannten Gutmustern. Diese sofortige visuelle Analyse zeigt Formfehler schnell auf, sodass Ingenieure Korrekturmaßnahmen ergreifen und ein erneutes Auftreten von Fehlern verhindern können.

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